Depression ist hinterhältig: Sie nimmt selbst das Vertrauen, dass es je besser werden könnte

Depression ist hinterhältig: Sie nimmt selbst das Vertrauen, dass es je besser werden könnte

Posted by Redaktion in Allgemein 20 Sep 2016

Wenn Sie diesen Text lesen, haben Sie einen ganz entscheidenden Schritt schon getan: Sie haben erkannt, dass die innere Leere, die tiefsitzende Hoffnungslosigkeit und die nagenden Selbstzweifel Symptome einer Krankheit sein könnten. Einer Krankheit, von der in Industrieländern wie Deutschland im Laufe eines Jahres etwa jeder Zwanzigste betroffen ist.

Alleine durchhalten ist keine Lösung

Gerade Ersterkrankte versuchen häufig, erst einmal ohne Hilfe durchzuhalten. „Und das funktioniert in der Regel nicht gut.“ Für den Großteil der Patienten findet sich ein Medikament, das die Emotionen wieder ins Gleichgewicht bringt. Auch die Psychotherapie hilft, mit den depressiven Symptomen zumindest besser umzugehen, Verhaltensweisen zu ändern und eventuell vorhandene zwischenmenschliche Probleme zu lösen.

Selbsttests im Internet, können auf eine Erkrankung hinweisen, eine ärztliche Diagnose jedoch nicht ersetzen. Die kann oft der Hausarzt schon stellen, zumindest aber kann er körperliche Ursachen ausschließen und Sie an Fachleute überweisen.
Die Behandlung muss passen.

Behandelt wird eine Depression vor allem mit Medikamenten, Psychotherapie (Verhaltenstherapie), oder einer Kombination aus beidem. Dabei wirkt zwar nicht jedes Antidepressivum bei jedem Menschen gleich gut, jedoch lässt sich für den Großteil der Erkrankten ein passendes Mittel finden. Auch bei einer Psychotherapie ist es wichtig, genau die richtige Behandlung zu bekommen. Die Verhaltenstherapie hat sich bei der Behandlung von Depressionen gut bewährt. Eine wichtige Voraussetzung der Therapie ist vor allem das Vertrauensverhältnis zum Therapeuten.

Bei der Suche nach dem idealen Medikament brauchen Sie Geduld. Auch mit dem idealen Medikament tritt eine erste Besserung in der Regel erst nach zwei Wochen ein. Das ist also die absolute Mindestzeit, über die Sie ihr Medikament einnehmen müssen, um überhaupt eine Wirkung zu spüren. Auch ist das erste Medikament nicht immer gleich erfolgreich oder es kommt zu Nebenwirkungen, wie schlechtem Schlaf und verringerter Libido, sodass der Arzt ein zweites oder auch drittes Medikament erprobt. Eine Vorhersage, welche Arznei die Beste für Sie ist, ist bisher leider nicht möglich. Bleiben Sie geduldig mit sich selbst.

Die wichtigsten Symptome bei Depressionen

• Verlust von Interesse und Freude
• Depressive Stimmung und verminderter Antrieb
• Suizidgedanken /Suizidale Handlungen
• Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
• Stimmungsschwankungen und geringe Belastbarkeit
• Sozialer Rückzug, keinen Sinn in Ihrem Leben mehr sehen
• Schlafstörungen
• Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
• Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
• Gefühl von Schuld und Wertlosigkeit
• Appetitminderung und Gewichtsverlust

„Ich – depressiv?“ Die Krankheit zu akzeptieren, ist ein wichtiger erster Schritt. Sie müssen nicht alleine dagegen ankämpfen, sollten aber sofort damit beginnen.

Hilfsangebot für Menschen mit Depression

• Begleitung zum Arzt und Psychotherapeuten
• Bewegung fördern (z. B. Spaziergang, Schwimmen)
• Sozialkontakte fördern (z. B.: Gesprächsgruppen)
• Gespräche (wertschätzend, einfühlend, mit ausreichend Zeit)
• Zur Entspannung anleiten (ggf. mit Musik)
• Milieutherapeutische Aspekte berücksichtigen (z.B. Farben, Geruch, Blumen, Kleidung)
• Hilfe zur Alltagsstrukturierung (Wochenplan/Tagesplan.)
• Wichtig: Erfolge, Schwierigkeiten besprechen
• Zu regelmäßiger Medikamenteneinnahme anhalten

Depression

Die Broschüre der TK gibt Einblick in das Krankheitsbild und vermittelt Erkrankten und Angehörigen den aktuellen Stand des Wissens über Anzeichen, Ursachen, Erscheinungsformen und Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen.
Downloads: Patienteninformation Depression – Download (PDF, 787 KB)

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