Trauerbegleitung

Trauerbegleitung

Posted by Redaktion in Allgemein 11 Jun 2017

Wir Menschen verstehen und begreifen uns selbst über unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen. Wir benötigen Beziehungen und Bindungen zum Leben, zur Selbstentfaltung und Entwicklung. Durch den Verlust eines lieben Angehörigen, Freundes oder gar Partners wird unser Selbst- und Weltverständnis stark erschüttert. Trauer ist unsere Reaktion (Emotion) auf diese massive Erschütterung – den Verlust unserer Beziehung und Bindung zu einem Menschen. Die Trauer bzw. der Trauerverlauf, welcher auf den Verlust eines geliebten Menschen folgt, sind dabei sehr spezifisch. Die Trauerreaktion ist ein Lösungsversuch – ein Verarbeitungs- und Anpassungsprozess – mit dem schweren Verlust umgehen zu lernen. Sie ist stark geprägt von der Art der Beziehung bzw. Bindung zu dem Verstorbenen, den Umständen des Verlustes (Unfall, schwere Krankheit, Suizid, etc.) als auch den bisherigen Verlusterfahrungen und der Persönlichkeitsstruktur des Trauernden.

Ein sehr bekanntes Phasenmodell der Trauerarbeit wurde von Verena Kast entworfen:
• Phase des Nicht-wahrhaben Wollens
• Phase der aufbrechenden Emotionen
• Phase des Suchens und Sichtrennens
• Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs

Doch Phasenmodelle geben lediglich Hinweise über die möglichen unterschiedlichen PHASEN eines Trauerverlaufs. Die Dauer eines jeden Trauerprozesses ist jedoch sehr unterschiedlich und kann nicht an Phasenmodellen oder Trauerjahren festgemacht werden und ist u. a. abhängig von den Umständen des Todes sowie der Beziehung zu dem Verstorbenen.
In unserer heutigen Gesellschaft wird dem Trauernden leider sehr wenig Zeit gegeben und dem Verarbeitungsprozess wenig Geduld entgegengebracht. Die Hinterbliebenen müssen schnell wieder funktionieren, um ihr Umfeld nicht zu lange mit den verunsichernden und angstmachenden Reaktionen und Emotionen eines Trauerprozesses zu konfrontieren. Auch fordern die meisten Trauermodelle das LOSLASSEN des Verstorbenen, was bei den Hinterbliebenen häufig auf Abwehr stößt und ein Gefühl des „nicht verstanden werden“ auslöst.

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