Was habe ich für Möglichkeiten und wie stelle ich Kontakt her?

Was habe ich für Möglichkeiten und wie stelle ich Kontakt her?

Posted by Redaktion in Allgemein 13 Okt 2015

Wir suchen Kontakt zu Anderen und ermöglichen einander so Beteiligung, Anteilnahme, Austausch, Gemeinschaft, Identifikation und Beziehung. Dazu brauchen wir nicht immer Worte. Kontakt können wir auch mit einem freundlichen Lächeln, einen Augenaufschlag, mit einer einladenden Geste herstellen. Jedoch ist der sprachliche Kontakt etwas Besonderes. Wir besprechen unsere Pläne und Träume miteinander, wir teilen unsere Erinnerungen mit, tauschen Gefühle und Befürchtungen und Erfahrungen.

Mit dem Fortschreiten der Krankheit verändert sich allerdings die Sprachwahrnehmung. Der Wortschatz schwindet und ebenso die Fähigkeit, die passenden Begriffe zu verwenden. Ganz sicher bleibt aber das Bedürfnis in Beziehung zu treten.
In der Begegnung mit einem Demenzkranken gelingt uns der Kontakt am leichtesten, wenn wir die ersten Momente richtig nutzen. Dazu können wir die Gesprächsführung nach Rogers gut anwenden.

Gesprächstechniken nach Carl Rogers

Die Gesprächsführung besteht aus drei Grundhaltungen. Sie wurde ab ca. 1940 von dem Begründer der Humanistischen Psychologie, dem amerikanischen Psychologen Carl Rogers entwickelt und basiert auf drei Grundhaltungen: Einfühlsames Verstehen (Empathie), Echtheit (Kongruenz) und Akzeptanz (Wertschätzung).

Das heißt:
1. Zuhören
2. Aktives Zuhören
3. Paraphrasieren
4. Spiegeln
5. Zusammenfassen

Zuhören ist schwieriger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Tatsächliches Zuhören beinhaltet, dass ich dem Gesprächspartner nicht nur meine Ohren zur Verfügung stelle, sondern mit meiner gesamten Wahrnehmung und Konzentration beteiligt bin.
Aktives Zuhören kann durch Kopfnicken oder „hm“, „ja“ dem Gesprächspartner eine Bestätigung geben, dass ich ihn gehört habe. Ich habe die Möglichkeit, weitere bestätigende Aussagen zu machen: “habe ich verstanden…“ oder ihm eine offene Frage stellen: „Mögen Sie mehr darüber erzählen?“

Paraphrasieren bedeutet, die Worte des Gegenübers, noch einmal mit eigenen Worten wiederholen. Indem wir dies tun, ermöglichen wir unserem Gegenüber, seine Aussage aus einer etwas anderen Sicht erneut zu betrachten und vielleicht auch klarer zu sehen. Die Wiederholung mit eigenen Worten wäre zum Beispiel: „Sie haben Schmerzen am ganzen Körper?“, wenn vorher die Aussage kam: „mir tut alles weh“.

Spiegeln ist dem Paraphrasieren ähnlich, geht aber darüber hinaus, indem wir versuchen, durch Mimik und Gestik, Körperhaltung uns an den Gesprächspartner anzupassen.

Zusammenfassen bedeutet, dass wir nach einem Gesprächsabschnitt den Kern der Aussage noch einmal zusammenfassen und dem Gesprächspartner vermitteln, wie das Gesagte verstanden worden ist.
Neben dieser Gesprächsführung, in der ich Sie gern unterstütze und anleite, gibt es noch weitere zahlreiche Möglichkeiten, auch nonverbal einen Kontakt mit Demenzkranken aufzubauen. Bitte sprechen Sie mich an.

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