Was ist Demenz? Was ist Alzheimer?

Was ist Demenz? Was ist Alzheimer?

Posted by Redaktion in Allgemein 15 Sep 2015

Viele Menschen fragen mich nach dem Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer und allgemeinen psychischen Erkrankungen im Alter.

Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungsbilder, die mit einem Verlust der geistigen Funktionen wie Denken, Erinnern, Orientierung und Verknüpfen von Denkinhalten einhergehen und die dazu führen, dass alltägliche Aktivitäten nicht mehr eigenständig durchgeführt werden können. Dazu zählen die Alzheimer-Demenz, die Vaskuläre Demenz, Morbus Pick, Frontotemporale Demenz und weitere Demenzformen.

Der Begriff Demenz ist international im ICD 10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten, 10. Revision) einheitlich definiert.

Alzheimer-Demenz

Die häufigste Form der Demenzerkrankungen ist die Alzheimer-Demenz („der Alzheimer“). Rund 60 % aller Demenzen werden durch eine Alzheimer-Demenz hervorgerufen. Bei dieser Krankheit gehen in bestimmten Bereichen des Gehirns durch Störungen des Gleichgewichts des Botenstoffs Glutamat Nervenzellen zugrunde. Man spricht auch von einer neurodegenerativen Demenz. Bei der Behandlung der Alzheimer-Demenz ist es wichtig, die Störungen im Bereich der Botenstoffe durch Gabe von Antidementiva (z.B. Memantine) positiv zu beeinflussen.

Vaskuläre Demenz

Die vaskuläre Demenz kann aufgrund von Durchblutungsstörungen entstehen. Hier kann es zu plötzlichen Verschlechterungen der Hirnleistung und zur schlaganfallartigen Symptomatik kommen.

Sekundäre Demenzen

Sekundäre Demenzen werden durch nicht-hirnorganische Grunderkrankungen hervorgerufen. Bei erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankungen können sich die Gedächtnisstörungen zurückbilden. Ursachen für eine sekundäre Demenz können z.B. Stoffwechselstörungen, Schilddrüsenerkrankungen oder ein Mangel an Vitamin B12, Alkoholismus oder andere chronische Vergiftungen und Infektionskrankheiten wie Hirnhautentzündungen, AIDS oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit sein.

Die Pseudodemenz

Eine Pseudodemenz kann bei depressiven älteren Menschen zur Fehldiagnose Demenz führen, da sie die Symptome einer Demenz zeigen, in Wahrheit jedoch an einer Depression leiden. Die damit verbundenen Störungen ähneln einer Demenz auf tückische Weise.

Die Symptome einer Pseudodemenz sind Störungen der Wahrnehmung, des Erkennens, Schlussfolgerns, der Konzentration und des Urteilsvermögens sowie Denkblockaden. Die Ursache können jedoch Depressionen im Alter sein, so dass eine wirkliche Demenz gar nicht vorliegt. Die Unterscheidung ist aufgrund der Ähnlichkeit der Störungen schwierig. Diese Bezeichnung beschreibt ein Symptom, welches in sehr vielen Fällen fehlerhaft diagnostiziert wird und immer wieder zu Missverständnissen führt. Diese Fehldiagnose hat fatale Auswirkungen, da die betroffene Person somit nicht die Möglichkeit erhält, richtig behandelt zu werden. Der Knackpunkt liegt darin, dass die depressive Pseudodemenz immer wieder – fälschlicherweise! – als Alzheimer diagnostiziert wird. Es ist somit dringend nötig, die Unterschiede dieser Alzheimer Erkrankung und der depressiven Pseudodemenz zu kennen. Nur so können die Patienten aktiv eingreifen, wenn es wieder einmal zu einer Fehldiagnose kommen sollte. Die Störungen bleiben, im Gegensatz zu einer Demenz, bei der Pseudodemenz auf die depressive Phase beschränkt – in anderen Worten: Sie verschwinden bei einer erfolgreichen Therapie der Depression. Bei einer dementiellen Erkrankung wie beispielsweise Alzheimer ist der Abbau der Gedächtnis- und Denkleistung hingegen dauerhaft. Depressive Menschen leiden oft auch unter Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und Antriebslosigkeit. Wie bei einer Demenz sind bei einer Pseudodemenz aufgrund von Depressionen Aufmerksamkeit und Gedächtnis gestört, Sprache und Gesichtssinn (das Erkennen und Reproduzieren von komplexen Formen und Mustern) jedoch nicht. Handelt es sich um eine dementielle Erkrankung, sind auch diese beiden Fähigkeiten in Mitleidenschaft gezogen.

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