Schuldgefühle- Psychologie

Schuldgefühle- Psychologie

Posted by Redaktion in Allgemein, Psychologie, Psychotherapie 19 Nov 2020

Beim Schuldgefühl handelt es sich um kein direktes „Gefühl“ („direkte“ Gefühle sind z.B. Ärger, Angst und Freude). Das Schuldgefühl in der Psychologie besteht aus dem Gedanken, dass man an etwas, das moralisch negativ bewertet wird, schuld ist und dem sich daraus ergebenden „inneren Zustand“, einhergehend mit negativen Gefühlen.

Ursachen:

Schuldgefühle sind alte, in der Kindheit erzeugte Gedanken, also Glaubenssätze, dass man einen Fehler gemacht hat. Sie entstehen, weil man das Gefühl hat, sich nicht richtig verhalten zu haben. Dieses Gefühl entsteht, weil viele Menschen denken, den Ansprüchen anderer oder auch den eigenen Ansprüchen nie zu genügen. Sie denken, Sie hätten etwas moralisch zu Verurteilendes getan, und deswegen plagt Sie ein unbestimmtes negatives Gefühl. Dieses negative Gefühl kann unterschiedlich intensiv sein: Manchmal ist es nur sehr leicht kann sich aber auch durch einen unerträglichen Druck äußern.

Das Schuldgefühl und seine Ausdrucksformen

Mögliche Ausdrucksformen eines Schuldgefühls sind:

  • nagende Gedanken an die „Tat“
  • ein allgemeines Gefühl des Unwohlseins
  • ein Gefühl der Niedergeschlagenheit
  • Selbstvorwürfe und Selbsthass

Unangemessene Bewertungen

Versuchen Sie nun anhand eines eigenen Beispiels (dazu Übungsblatt unter 4.6.), folgende unangemessenen Bewertungen zu erarbeiten:

Schuldgefühle sind hauptsächlich gekennzeichnet durch drei unangemessene Bewertungen. Diese drei unangemessenen Bewertungen hängen eng zusammen:

    1. Ich verlange von mir, bei der Erfüllung moralischer Normen perfekt zu sein, d.h. mein Verhalten muss im Sinne moralischer Normen gut und richtig sein.
    2. Es ist eine Katastrophe, dass es mir nicht gelungen ist, mich den moralischen Normen entsprechend zu verhalten.
    3. Da es mir nicht gelungen ist, mich den Normen entsprechend gut und richtig zu verhalten, bin ich ein schlechter Mensch.

Kürzer gesagt bedeutet das irrationale und falsche Schuldgefühl folgendes:

Ich habe einen Fehler begangen, was ganz schrecklich ist und ein Beweis dafür, dass ich schlecht und wertlos bin.

Die unangemessenen Bewertungen, die dem Schuldgefühl zugrunde liegen, sind denen bei der Angst vor Misserfolg ähnlich und bekommen eine große Bedeutung. Doch beim Schuldgefühl stellen Sie absolute Forderungen an sich selbst:

  • Sie verlangen von sich selbst, in einem bestimmten Bereich perfekt zu sein, und zwar in der Erfüllung ethischer Normen. Diese ethischen Normen enthalten Regeln darüber, wie mit anderen Menschen umzugehen ist (z.B. „Ich darf nichts tun, was anderen schadet“, „Es ist wichtig, die Wünsche von anderen Menschen zu erfüllen“).
  • Sie haben nach ihrer eigenen Meinung moralisch-ethisch versagt, was in Ihrem ständigen Schuldgefühl zum Ausdruck kommt. Da Sie aber an sich selber die Forderung stellen, ethische Normen exakt befolgen zu müssen, ist die logische Folge Ihres Versagens, dass Sie ein Versager sind.
  • Der Wunsch, anderen Menschen keinen Schaden zuzufügen, ist in einem bestimmten Rahmen sinnvoll. Doch mit Ihrer absoluten Forderung ignorieren Sie, dass es zwangsläufig im Kontakt mit anderen Menschen dazu kommt, dass verschiedene Interessen sich gegenüber stehen. Ein schlechtes Gewissen hilft Ihnen nicht dabei, diese unvermeidbaren Konflikte zu lösen.

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